Scharfe Thai-Suppe und Geschichten aus dem Land der Freien

Viele interessierte Zuhörer kamen am 22. September in das FuNTASTIK in der Meissener Str. 7, um Geschichten und Dias aus Nordthailand zu hören und zu sehen. Unsere ehemalige Bürgermeisterin, Maria Pfordt, beehrte uns mit ihrer Anwesenheit und mischte sich unauffällig unter die übrigen sehr geschätzten Gäste. Die selbst gemachte Thaisuppe fand bei den meisten Gästen Anklang. Eine Dame behauptete, sie würde sich am liebsten ‚reinsetzen‘ und viele wünschten sich das Rezept, einigen wenigen war sie zu scharf.

Die Spurensuche ging im Wesentlichen drei Fragen nach:

  • Wie steht es um die Treue der Thai zu ihrem König?
  • Wie kommt es, dass 95 % der Bevölkerung dem Buddhismus angehören und den Phra Keo als größtes Heiligtum verehren?
  • Wie konnte Thailand – früher Siam – seine Unabhängigkeit bewahren, während der Rest Südostasiens von den Kolonialmächten England und Frankreich beherrscht wurden?

Die Reiseroute führte aus geografischen Gründen zunächst von Bangkok nach Ayutthaya.

Zahlreichen Bildnisse des Königs und auch der Königin auf überlebensgroßen Plakatwänden sahen wir am Straßenrand, den Ortseingängen und Plätzen. Mal ist der König in Gala-Uniform bei offiziellen Auftritten, mal mit seinem Saxophon eher privat abgebildet. Immer strahlen er und Königin Sirikit große Würde aus, vermitteln aber auch Omnipräsenz.

Leider ist König Bhumibol, Rama IX der Chakri-Dynastie, im letzten Jahr verstorben. Das ganze Volk befindet sich noch in Staatstrauer, bevor der geliebte König in großer Zeremonie und in einem eigens erbauten Krematorium vom 25. – 27. Oktober d.J. verbrannt werden wird.
Nirgendwo auf der Welt sind Monarch und Volk so intensiv und religiös verbunden – wie in Thailand. Bhumibol und Sirikit waren das göttliche Paar und das Herz der Nation. Sirikit galt in jungen Jahren als die schönste Königin. Sie ist gerade 85 Jahre alt geworden und von Krankheit und Alter gezeichnet.

Das Königspaar kümmerte sich mit großem Ernst um das Drogenproblem im Norden und setzte mit Projekten – wie dem Anbau von Früchten und Pflanzen sowie Handarbeit Modelle dagegen. Die Krisen durch das Niederschlagen von Demokratiebewegungen legte der König durch seine öffentliche Verurteilung jeder Gewalt bei. Schulbildung lag sowohl ihm als auch seinen Vorgängern sehr am Herzen.
Obwohl er traditionell geprägt war, verhalf er seinem Land in die Moderne. Die Vereinten Nationen haben ihn bereits für sein Lebenswerk ausgezeichnet, eine Ehre, die noch niemandem vorher zu Teil wurde. Bhumibol regierte von 1946 – 2016 und ist damit der Monarch mit der längsten Regierungszeit.-

Ayutthaya war 417 Jahre lang Hauptstadt und Regierungszentrum des thailändischen Königreichs. Vor der Eroberung durch die Burmesen war Ayutthaya der mächtigste Staat in Südostasien. Durch das hervorragende Management und den diplomatischen Weitblick seiner Herrscher blühte es in der Zeit vom 15. – 18. Jh. zu einem Zentrum internationalen Handels und Diplomatie auf. Hier ist besonders Narai der Große zu erwähnen, von dem später noch die Rede sein wird.

Fotos aus dem königlichen Sommerpalast Bang Pa-In zeigen Residenzen, Herrenhäuser und Pavillons in thailändischem aber auch internationalem Stil und damit die Weltoffenheit der thailändischen Künstler. Weitere Fotos zeigen den sehenswerten Tempel Wat Yai Chai-mongkol und das Kloster, in dem seinerzeit die Patriarchen lebten. Bemerkenswert ist der Phra Mongkhon Bophit, eine der größten Bronze-Buddha-Statuen des Landes.

Ein Steinrelief rechts neben dem Eingang des Tempels erinnert an den Besuch des deutschen Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin, der einer Einladung von König Chulalongkorn Rama V im Jahre 1883 folgte. Der gesamte Park, wie auch die Überreste des Königlichen Palastes stehen unter dem Schutz der Unesco als Weltkulturerbe.

Auf unserer Fahrt nach Sukhothai erreichten wir Lopburi, die Residenz von Narai dem Großen. Lopburi hat sich selbst den Beinamen ‚Affenstadt‘ gegeben, denn ihr Zentrum und das Flussufer wird von mehr als 300 Langschwanz-Makaken bevölkert, die alles stibitzen, was man nicht gut festhält.

Narai der Große regierte von 1656-1686 und erwarb große Verdienst für die Vertiefung seiner Beziehungen zu Frankreich. Er entsandte mehrere Delegationen auf dem Seeweg dorthin. Die erste kam niemals an, weil das Schiff unterging; die zweite stieß am Hofe von Ludwig XIV auf große Missverständnisse wegen der krassen Unterschiede in der Herrschaftspraxis. Immerhin gelang König Narai 1685 der Empfang des französischen Botschafters in einem weiteren Versuch. Der französische Gesandte präsentierte König Narai die Botschaft von Ludwig XIV. Der König musste seinen Kopf neigen, um den Brief zu erfassen, was einer großen Beleidigung entsprach. König Narai jedoch hielt anschließend das Schriftstück mit beiden Händen über seinen Kopf, um sein Wohlwollen zu demonstrieren.

Das vermeintlich schönste Abbild von Buddha sahen wir in Phitsanulok.

Gegen Abend erreichten wir Sukhothai, die erste Hauptstadt von Thailand, gegründet im Jahr 1238 von König Sri Intra Tid. Die Ruinen des königlichen Palastes, viele Tempel, Mauern, Teiche, Kanäle usw. sind durch das Department of Fine Arts in Zusammenarbeit mit der UNESCO wohl konserviert und restauriert worden und lassen die Magie des ehemaligen spirituellen Zentrums wiederaufleben. Die hereinbrechende Dämmerung verstärkte den fast dramatischen Eindruck.

Unter den ersten beiden Herrschern blieb Sukhothai klein. Es vergrößerte sich jedoch dramatisch unter der Herrschaft von König Ramkamhaeng und weitete seine direkte bzw. indirekte Macht über fast das gesamte Thailand aus, wie es sich heute auf der Landkarte darstellt.

König Ramkamhaeng wird außerdem gewürdigt für die Einführung des Thai-Alphabets (1283) sowie des patriarchalischen Systems der Monarchie, das bis zum heutigen Tag als ideal angesehen wird. Sukhothai ist besonders berühmt für seine superbe buddhistische Kunst und Architektur, die eine unverwechselbare Charakteristik aufweist und von der man sagt, dass sie die beste in Thailand ist.

Genau wie Sukhothai gehört auch die Vasallenstadt Sri Satchanalai zum Weltkulturerbe. Der Geschichtspark liegt am Fluss Yom in Tambol Muang Kao. Zunächst besuchten wir den Wat Chang Lom. Die Stupa im srilankanischen Stil wird gestützt von 39 Elefanten-Pfeilern. Im oberen Bereich befinden sich rundherum Nischen mit Buddha-Statuen. In der Stupa sind Reliquien Buddhas bestattet.

Etwa 18 km südwestlich der Stadt Lampang liegt der Wat Phra That Lampang Luang auf einer Anhöhe an der Hauptstraße. Er ist von einer Mauer umgeben und gilt als Paradebeispiel für Lanna- Architektur. Hier gab es tatsächlich einen weiteren ‚Smaragd-Buddha‘, dessen Geschichte ich später noch erzählen werde.

Auf der nun folgenden Seite ist die 1. Geschichte in Kurzform auf einer Tafel erzählt. Im Jahre 1436 befahl König Sam Fang Kaen von Chiang Mai (8. König der Mengrai-Dynastie von Lanna) eine Prozession zur Überführung des Phra Keo von Chiang Rai in die Stadt Chiang Mai. Der Elefant, auf dem das Idol platziert war, rannte jedoch unerwarteterweise in Richtung Lampang und ließ sich davon auch nicht abbringen. Im Endeffekt gab der König nach und die Statue wurde 32 Jahre lang im Wat Phra Kaeo Don Tao aufbewahrt, bevor sie dann doch nach Chiang Mai gebracht wurde.

Wir machten uns auf den Weg zur Doi Tung Villa, der ehemaligen Residenz der im Juli 1995 verstorbenen Königin Mutter. Auch sie hat zahlreiche Hilfsprojekte ins Leben gerufen, um die im Norden Thailands herrschende Drogenproblematik einzudämmen. Im Bereich des so genannten Goldenen Dreiecks (Drei-Länder-Eck = Thailand, Laos, Myanmar) wurde aus verschiedenen Gründen der Anbau von Schlafmohn (Opium bzw. Heroin) die lukrativste Einnahmequelle für die dort lebenden Bergvölker. Viele ältere Menschen betrachten außerdem traditionsbedingt das Rauchen von Opium auch heute noch als gesellschaftlich anerkanntes Genussmittel.

Die Anzahl der Bergvölker beläuft sich auf ca. 600.000 Menschen, die unterschiedlichen Ethnien angehören. Mit 250.000 sind die KAREN die größte Gruppe. Weitere Hauptgruppen sind die AKHA, die YAO, die LAHU und die LISU. Unser Reiseleiter Nid erläutert, dass viele von ihnen aus Yunnan/China stammen, die KAREN allerdings kommen aus Burma (Myanmar).-

Wir besuchten die Akha, die gerade einen Gottesdienst abhielten. Mae Sai liegt 62 km nördlich von Chiang Rai und ist die nördlichste Handelsgrenze zwischen Thailand und Myanmar. Wir staunten über die herrlichen Erdbeeren, die wir hier gar nicht vermutet hätten. Aber Dank der Hilfsprojekte werden sie hier kultiviert und sind äußerst beliebt. Danach stellte ich mich zum obligatorischen Foto unter das Tor des nördlichsten Punktes von Thailand.

Dann stand das ‚Goldene Dreieck‘ auf unserem Programm. In einem Boot fuhren wir auf dem Mekong und genossen die abwechslungsreiche Uferlandschaft von Thailand, Laos und Myanmar. In Laos legten wir an. Nach unserem kurzen Bootsausflug nach Laos kehrten wir auf die thailändische Seite zurück. Genau gegenüber von Laos liegt Chiang Saen, wo es wieder interessante Tempelruinen zu besichtigen gab.

Das wichtigste Ereignis meiner Spurensuche nach dem Smaragd-Buddha fiel ausgerechnet auf den MAKA BUCHA Tag, einen der wichtigsten buddhistischen Feiertage. Er geht zurück auf die erste Zusammenkunft von 1.250 Mönchen, die mit Buddha ohne jede Absprache in einem Ort namens MARUK KA TA YA WAN / Indien zusammentrafen, um ihn predigen zu hören. Dieses Ereignis fand vor 2.500 Jahren statt und wird heute noch als ein Wunder angesehen. Ich empfand es als Fügung, dass wir ausgerechnet an diesem Tag den Tempel Wat Phra Kaeo in Chiang Rai besuchen sollten, wo 1436 nach einem Blitzschlag in die Stupa der Smaragd-Buddha entdeckt worden war. Dieser besteht allerdings aus Nephrit-Jade und nicht Smaragd, wie ursprünglich angenommen.

Dreimal umrundete ich mit Nid die Stupa, Kerzen, Blumen und Räucherstäbchen in den Händen haltend. Bei der Skulptur des Smaragd-Buddha, die wir natürlich fotografieren mussten, handelt es sich um eine Kopie, denn das Original befindet sich in einem kostbaren Tempel im Grand Palace in Bangkok, der 3. und letzten Hauptstadt des Landes.

Ein weiterer Besuch galt den KAREN in Thaton, genauer gesagt, den Padaung, denn es gibt verschiedene Untergruppen bei diesem Volk. Die Padaung-Frauen führen den Beinamen ‚Langhalsfrauen‘, und dies ist leider wörtlich zu nehmen. Das macht sie zwar zu den am meisten fotografierten Frauen, aber der Preis dafür ist entschieden zu hoch.

Bevor wir Chiang Rai verließen erlebten wir noch einen Traum. Wie eine Fata Morgana tauchte am azurblauen Himmel ein Tempel von märchenhafter Schönheit auf: der Wat Rong Khun, das Werk eines jungen einheimischen Architekten, Chalermchai Kositpipat.
Der Künstler sagte: „Ich möchte diesen Tempel als himmlische Wirklichkeit bauen, ein Paradies auf Erden, das die Menschheit erleben kann. Die weiße Farbe steht für die Reinheit Buddhas, das weiße Glas steht für Lord Buddhas Weisheit, die über der Erde und dem Universum erstrahlt.“

Meine Suche nach den Spuren des Smaragd- Buddha endete im Wat Chedi Luang (Phra Dhatu Chedi Luang) in Chiang Mai. Hier sahen wir allerdings nur die Ruinen einer ehemals 80 m hohen Stupa, in deren Ostnische das Heiligtum 79 Jahre lang aufbewahrt wurde.

Antworten:

  • Die Königstreue kommt durch meinen Bericht ausreichend zum Ausdruck.
  • Der Buddhismus: Bei aller Toleranz gegenüber Andersgläubigen haben die thailändischen Könige immer an ihrer eigenen Weltanschauung, dem Buddhismus, festgehalten und diesen gelebt. Da das Volk zum König aufschaut, ist der Buddhismus selbstverständlich.
    Dass der Phra Keo die wichtigste Ikone der thailändischen Buddhisten ist, habe ich akzeptiert. Durch die Könige wurde er in diese Position gebracht und daher gilt das gleiche Argument für das Volk auch hier.
  • Die Unabhängigkeit haben die Könige durch geschickte Verträge mit den Kolonialmächten und besonders taktischen Umgang mit diesen bewahrt.

Zurück in Bangkok verbrachten wir einen Vormittag damit, das ehemalige Wohnhaus von Jim Thompson zu besuchen, dessen Geschichte mich sehr interessierte. Jim Thompson wurde 1906 in Greenville/Delaware USA geboren. Vor dem 2. Weltkrieg meldete er sich freiwillig zum Militärdienst, nahm an Kampfeinsätzen in Europa teil und kam schließlich nach Asien. Nach Beendigung seiner Nachrichtendiensttätigkeit beschloss er, sich in Thailand dauerhaft niederzulassen. Hier beschäftigte er sich erfolgreich mit der Wiederbelebung der lange vernachlässigten Seidenindustrie. Außerdem baute er sich eine Residenz aus sechs zum Teil 200-Jahre alten Teakholzhäusern, die er teilweise aus Ayutthaya heranschaffen ließ und stattete sein Heim mit zahlreichen Antiquitäten und Kostbarkeiten aus. Viele Menschen neideten ihm seinen Erfolg. So kam es, dass er am 26. März 1967 von einem Ausflug in die Cameron Highlands/Malaysia nie mehr zurückkam. Sein Schicksal ist bis heute ungeklärt, wobei sein Tod sicher erscheinen muss.

Im Jahr 1976 genehmigte die vom thailändischen Gerichtshof im Auftrag der thailändischen Regierung ernannte Eigentumsverwaltung für Jim Thompson die rechtmäßige Errichtung der James H.W. Thompson Stiftung, wodurch das prächtige künstlerische und kulturelle Erbe für Thailand erhalten bleibt und zahlreiche Forschungen, Publikationen und Projekte durchgeführt werden können. (Quelle: Broschüre Stiftung)

Für den SüdWestWind und die Kulturkreisler:
Ursula Schlößer

Geschichten und Berichte aus Thailand – mit Suppenverkostung

Ayutthaya, gegründet im Jahre 1350 in den fruchtbaren Reisebenen des Chayo Phraya Beckens, war 417 Jahre lang Hauptstadt und Regierungszentrum des thailändischen Königreiches. Einer seiner berühmtesten Könige war Narai der Große, der im Jahre 1656 seine Regierungszeit antrat.

Was er unternahm, um die Beziehungen zu Frankreich zu stärken und wie es ihm gelang, dass der damalige Herrscher Ludwig XIV einen Gesandten nach Ayutthaya schickte, wird eines der Themen sein, die bei der 33. KulturWind-Veranstaltung des SüdWestWind zur Sprache kommen. Die Reisedokumentation führt in den Norden Thailands bis zum Goldenen Dreieck und zu den Bergvölkern.

Um das bunte Programm abzurunden, wird in der Pause eine selbst gekochte vegetarische Thaisuppe angeboten.

Die Veranstaltung findet am

Freitag, den 22. September 2017

im FuNTASTIK, Meissener Str. 7, 50126 Bergheim

statt.

Beginn: 18:00h
Einlass: 17:30h
Eintritt: € 4,00

Im Eintrittspreis ist die Suppenverkostung eingeschlossen. Eintrittskarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Die Kulturkreisler des SüdWestWind freuen sich auf viele interessierte Gäste.

Für den SüdWestWind und die Kulturkreisler
Ursula Schlößer

Erich Kästner-Hommage im FuNTASTIK

Aus einer Fülle von Texten, Rezensionen und Gedichten für Erwachsene des berühmten Autors Erich Kästner (* 23. Februar 1899 in Dresden; † 29. Juli 1974 in München) hat Hans Georgi, Musikkabarretist aus Würselen, eine Bühnenshow erarbeitet. Das Programm unter dem Titel ‚Die Welt ist rund’ gab er am Freitag, den 28. April 2017, im FuNTASTIK als 32. KulturWind-Veranstaltung des SüdWestWind einem sehr interessierten Publikum zum Besten.

Wie von Hans Georgi zu erfahren war, hatte er sich Ende der 90er Jahre mit den vier Bänden Erich Kästner für Erwachsene vertraut gemacht. Danach fasste er den Entschluss, die Texte zu vertonen und zu einem Bühnenprogramm zusammenzustellen. Wesentliche Inspiration waren hierbei die beiden Lyrikbände Ein Mann gibt Auskunft (erschienen 1930) und Herz auf Taille (erschienen 1928). Es war Hans Georgi besonders wichtig, dass die Musik die Texte nicht überlagerte. Mit sehr viel Feingefühl suchte er die unterschiedlichen Tempi aus. Dies gefiel auch Thomas Kästner, dem einzigen Sohn und Erben des verstorbenen Autors, der prompt seine Genehmigung dazu erteilte.

Für den Titelsong ‚Die Welt ist rund’ baute ein Nachbar von Hans Georgi einen Leierkasten, der fortan eine Art Markenzeichen in jeder Show darstellt. Dafür kamen simple Besenstiele zum Einsatz, wie uns Hans Georgi schmunzelnd verriet. Ansonsten setzt der Künstler Requisiten nur sehr sparsam ein. Unverzichtbar ist jedoch sein Telefon, mit dem er Kontakt zu prominenten Politikern der Vergangenheit und Gegenwart aufnimmt. Schließlich kommt auch Erich Kästner per Tonträger zu Wort.

Erich Kästner war ein scharfer Beobachter und kritischer Zeitzeuge, der auch über Selbstironie verfügte. Sein entbehrungsreiches Leben, die Verfolgung durch den Nationalsozialismus, die Enttäuschung über die Verbrennung seiner Bücher, das alles konnte seinen Charakter nicht verändern und seine Schaffenskraft nicht eindämmen. Dies kommt einmal mehr in seinem verkürzten Lebenslauf zutage, wo er über sich selbst sagt:

…Ich setze mich sehr gerne zwischen Stühle.
Ich säge an dem Ast, auf dem wir sitzen.
Ich gehe durch die Gärten der Gefühle,
die tot sind, und bepflanze sie mit Witzen…

Die Worte von Erich Kästner haben nichts an Aktualität und Wahrheitsgehalt verloren. Hans Georgi sei Dank für diese Lehrstunde mit hohem Unterhaltungswert! Beflügelt und bereichert verließen die Gäste das FuNTASTIK.

Für den SüdWestWind und die Kulturkreisler
Ursula Schlößer

Wer glaubt, den berühmten Schriftsteller Erich Kästner (* 23. Februar 1899 in Dresden; † 29. Juli 1974 in München) zu kennen, nur weil er seine Kinderbücher Emil und die Detektive, Das fliegende Klassenzimmer und/oder Das doppelte Lottchen gelesen hat, der kann am 28. April seine andere Seite kennenlernen.

Das Kulturkreisler-Team konnte den Musikkabarettisten Hans Georgi aus Würselen mit seinem Bühnenprogramm Die Welt ist rund für die 32. KulturWind-Veranstaltung verpflichten, zu der wir herzlich einladen.

In seinem Bühnenprogramm gestaltet Hans Georgi die ernste Seite dieses unvergesslichen Autors zu einer Hommage an Erich Kästner. Hans Georgi bietet Erich Kästner für Erwachsene und interpretiert Texte und Anekdoten sowie Fakten aus Kästners Leben auf seine ganz spezielle Art, musikalisch, philosophisch, feinsinnig, tiefgründig und vergnüglich.

Der Musikkabarettist kann auf zahlreiche Erfolge zurückblicken und trat u.a. bereits im Kölner Senftöpfchen, im Düsseldorfer Kom(m)ödchen und im Mainzer Unterhaus auf. Sicher wird er auch in Bergheim die Kästnerfans begeistern und bestimmt neue hinzugewinnen.

Die Veranstaltung findet am 28. April um 18:00h im FuNTASTIK in der Meißener Str. 7 in Bergheim statt.

Einlass: ab 17:30h.
Eintrittskarten sind zum Preis von € 8,00 an der Abendkasse zu erhalten.

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen.

Für den SüdWestWind und die Kulturkreisler:
Ursula Schlößer

Wunderkinder glänzen mit zauberhaftem Musical

„Mascha, wie konnte das nur passieren?“ Diese Frage stellten die Kinder dem kleinen Mädchen mit den roten Schleifen am Samstag, den 18.02.2017 im FuNTASTIK beim Kindermusical Mascha und der Bär suchen den Weihnachtsmann.

Mascha hatte alles für die Weihnachtsfeier vorbereitet. Aber es fehlte die wichtigste Person: Der Weihnachtsmann. Den hatte sie nämlich in Urlaub geschickt, wusste aber nicht mehr wohin. Sie fragte bei den Tieren im Zauberwald nach, die konnten ihr jedoch nicht weiterhelfen. Nun ruhte ihre Hoffnung auf dem gutmütigen Bären, der auch sofort bereit war, sie zu unterstützen.

Auch die gute Fee meldete sich zu Wort mit ihrem Zauberspruch:

Lirum Larum Glockenspiel,
Zaubern ist kein Kinderspiel,
Abrakadabra, eins, zwei, drei,
Was verschwunden, komm herbei!

Da taucht plötzlich eine Piratenbande auf, die sogar mehrere Zuschauer in Gefangenschaft nimmt. Zum Glück können die verschreckten Menschen von Mascha und dem starken Bären befreit werden. Nun kommt Schneewittchen mit ihren sieben Zwergen auf die Bühne. Sie ist auch auf der Suche nach dem Weihnachtsmann, hat aber keine Idee, wo der sich befindet.

„Katastrophe“, ruft der Bär und hofft nun auf Elsa und Anna, die sich zu ihnen gesellen. Anna spielt die Titelmelodie aus der Eiskönigin auf dem Klavier und Elsa führt ein temperamentvolles russisches Tänzchen auf, das alle begeistert. Dann hat Elsa noch eine Idee. Im IPad findet sie den Hinweis auf die Insel Madagaskar, wohin sich nun der Suchtrupp eilends begibt.

O Schreck! Hier wimmelt es von wild gewordenen Eingeborenen. Mit Kriegsgeschrei und spitzen Lanzen stürzen die sich auf Mascha und ihr Gefolge. Der Anführer schnürt sie mit einem dicken Seil zusammen und wendet sich dann an Olaf, den Schneemann, der es sich in einem Lehnstuhl bequem gemacht hat. Unterwürfig meldet der wilde Anführer die Gefangennahme. Aber Olaf befiehlt die sofortige Befreiung, denn die Gefangenen sind allesamt seine Freunde!

Endlich wird der Weihnachtsmann gefunden. Aber – Katastrophe – er ist ja so krank. Mascha misst Fieber und gibt eine Spritze. Nichts kann helfen. Da hat Elsa eine eiskalte Idee. Kein Wunder, dass der Weihnachtsmann so schlapp ist. Die Hitze bekommt ihm nicht. Schnee muss her, den sie herbeizaubern kann. Flugs wird der Sand in Schneebälle verwandelt, was nicht nur dem Weihnachtsmann gut tut sondern auch die Kinder erfreut, die sich bei einer Schneeballschlacht austoben und das Publikum gleich mit einbeziehen.

Jetzt fehlen nur noch die Geschenke. Weil aber Karneval so kurz bevorsteht, befiehlt der Weihnachtsmann, dass die Kinder ‚Kamelle’ rufen sollen und schon regnet es Gummibärchen vom Himmel, und zwar für alle.

Zu guter letzt gibt es noch eine Choreografie, bei der auch die Kinder aus dem Publikum und alle kleinen und großen Künstler mitmachen dürfen. Alle sind glücklich. Begeisterte Kinder und Erwachsene verlassen nach und nach das FuNTASTIK.

Irina Mertens, Leiterin der SüdWestWind-Kindergruppe Wunderkinder, hat mit ihrem Team eine großartige Inszenierung dargeboten. Bewundernd erkennt man, wie viel Aufwand und Liebe zum Detail in Dekoration und Kostüme gesteckt wurden. Aber am meisten beeindruckte die Spielfreude bei den Kindern. Offensichtlich fühlten sie sich wohl in ihren Rollen und machten damit sich und den Zuschauern die größte Freude.

Für den SüdWestWind und die Kulturkreisler
Ursula Schlößer