Scharfe Thai-Suppe und Geschichten aus dem Land der Freien

Viele interessierte Zuhörer kamen am 22. September in das FuNTASTIK in der Meissener Str. 7, um Geschichten und Dias aus Nordthailand zu hören und zu sehen. Unsere ehemalige Bürgermeisterin, Maria Pfordt, beehrte uns mit ihrer Anwesenheit und mischte sich unauffällig unter die übrigen sehr geschätzten Gäste. Die selbst gemachte Thaisuppe fand bei den meisten Gästen Anklang. Eine Dame behauptete, sie würde sich am liebsten ‚reinsetzen‘ und viele wünschten sich das Rezept, einigen wenigen war sie zu scharf.

Die Spurensuche ging im Wesentlichen drei Fragen nach:

  • Wie steht es um die Treue der Thai zu ihrem König?
  • Wie kommt es, dass 95 % der Bevölkerung dem Buddhismus angehören und den Phra Keo als größtes Heiligtum verehren?
  • Wie konnte Thailand – früher Siam – seine Unabhängigkeit bewahren, während der Rest Südostasiens von den Kolonialmächten England und Frankreich beherrscht wurden?

Die Reiseroute führte aus geografischen Gründen zunächst von Bangkok nach Ayutthaya.

Zahlreichen Bildnisse des Königs und auch der Königin auf überlebensgroßen Plakatwänden sahen wir am Straßenrand, den Ortseingängen und Plätzen. Mal ist der König in Gala-Uniform bei offiziellen Auftritten, mal mit seinem Saxophon eher privat abgebildet. Immer strahlen er und Königin Sirikit große Würde aus, vermitteln aber auch Omnipräsenz.

Leider ist König Bhumibol, Rama IX der Chakri-Dynastie, im letzten Jahr verstorben. Das ganze Volk befindet sich noch in Staatstrauer, bevor der geliebte König in großer Zeremonie und in einem eigens erbauten Krematorium vom 25. – 27. Oktober d.J. verbrannt werden wird.
Nirgendwo auf der Welt sind Monarch und Volk so intensiv und religiös verbunden – wie in Thailand. Bhumibol und Sirikit waren das göttliche Paar und das Herz der Nation. Sirikit galt in jungen Jahren als die schönste Königin. Sie ist gerade 85 Jahre alt geworden und von Krankheit und Alter gezeichnet.

Das Königspaar kümmerte sich mit großem Ernst um das Drogenproblem im Norden und setzte mit Projekten – wie dem Anbau von Früchten und Pflanzen sowie Handarbeit Modelle dagegen. Die Krisen durch das Niederschlagen von Demokratiebewegungen legte der König durch seine öffentliche Verurteilung jeder Gewalt bei. Schulbildung lag sowohl ihm als auch seinen Vorgängern sehr am Herzen.
Obwohl er traditionell geprägt war, verhalf er seinem Land in die Moderne. Die Vereinten Nationen haben ihn bereits für sein Lebenswerk ausgezeichnet, eine Ehre, die noch niemandem vorher zu Teil wurde. Bhumibol regierte von 1946 – 2016 und ist damit der Monarch mit der längsten Regierungszeit.-

Ayutthaya war 417 Jahre lang Hauptstadt und Regierungszentrum des thailändischen Königreichs. Vor der Eroberung durch die Burmesen war Ayutthaya der mächtigste Staat in Südostasien. Durch das hervorragende Management und den diplomatischen Weitblick seiner Herrscher blühte es in der Zeit vom 15. – 18. Jh. zu einem Zentrum internationalen Handels und Diplomatie auf. Hier ist besonders Narai der Große zu erwähnen, von dem später noch die Rede sein wird.

Fotos aus dem königlichen Sommerpalast Bang Pa-In zeigen Residenzen, Herrenhäuser und Pavillons in thailändischem aber auch internationalem Stil und damit die Weltoffenheit der thailändischen Künstler. Weitere Fotos zeigen den sehenswerten Tempel Wat Yai Chai-mongkol und das Kloster, in dem seinerzeit die Patriarchen lebten. Bemerkenswert ist der Phra Mongkhon Bophit, eine der größten Bronze-Buddha-Statuen des Landes.

Ein Steinrelief rechts neben dem Eingang des Tempels erinnert an den Besuch des deutschen Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin, der einer Einladung von König Chulalongkorn Rama V im Jahre 1883 folgte. Der gesamte Park, wie auch die Überreste des Königlichen Palastes stehen unter dem Schutz der Unesco als Weltkulturerbe.

Auf unserer Fahrt nach Sukhothai erreichten wir Lopburi, die Residenz von Narai dem Großen. Lopburi hat sich selbst den Beinamen ‚Affenstadt‘ gegeben, denn ihr Zentrum und das Flussufer wird von mehr als 300 Langschwanz-Makaken bevölkert, die alles stibitzen, was man nicht gut festhält.

Narai der Große regierte von 1656-1686 und erwarb große Verdienst für die Vertiefung seiner Beziehungen zu Frankreich. Er entsandte mehrere Delegationen auf dem Seeweg dorthin. Die erste kam niemals an, weil das Schiff unterging; die zweite stieß am Hofe von Ludwig XIV auf große Missverständnisse wegen der krassen Unterschiede in der Herrschaftspraxis. Immerhin gelang König Narai 1685 der Empfang des französischen Botschafters in einem weiteren Versuch. Der französische Gesandte präsentierte König Narai die Botschaft von Ludwig XIV. Der König musste seinen Kopf neigen, um den Brief zu erfassen, was einer großen Beleidigung entsprach. König Narai jedoch hielt anschließend das Schriftstück mit beiden Händen über seinen Kopf, um sein Wohlwollen zu demonstrieren.

Das vermeintlich schönste Abbild von Buddha sahen wir in Phitsanulok.

Gegen Abend erreichten wir Sukhothai, die erste Hauptstadt von Thailand, gegründet im Jahr 1238 von König Sri Intra Tid. Die Ruinen des königlichen Palastes, viele Tempel, Mauern, Teiche, Kanäle usw. sind durch das Department of Fine Arts in Zusammenarbeit mit der UNESCO wohl konserviert und restauriert worden und lassen die Magie des ehemaligen spirituellen Zentrums wiederaufleben. Die hereinbrechende Dämmerung verstärkte den fast dramatischen Eindruck.

Unter den ersten beiden Herrschern blieb Sukhothai klein. Es vergrößerte sich jedoch dramatisch unter der Herrschaft von König Ramkamhaeng und weitete seine direkte bzw. indirekte Macht über fast das gesamte Thailand aus, wie es sich heute auf der Landkarte darstellt.

König Ramkamhaeng wird außerdem gewürdigt für die Einführung des Thai-Alphabets (1283) sowie des patriarchalischen Systems der Monarchie, das bis zum heutigen Tag als ideal angesehen wird. Sukhothai ist besonders berühmt für seine superbe buddhistische Kunst und Architektur, die eine unverwechselbare Charakteristik aufweist und von der man sagt, dass sie die beste in Thailand ist.

Genau wie Sukhothai gehört auch die Vasallenstadt Sri Satchanalai zum Weltkulturerbe. Der Geschichtspark liegt am Fluss Yom in Tambol Muang Kao. Zunächst besuchten wir den Wat Chang Lom. Die Stupa im srilankanischen Stil wird gestützt von 39 Elefanten-Pfeilern. Im oberen Bereich befinden sich rundherum Nischen mit Buddha-Statuen. In der Stupa sind Reliquien Buddhas bestattet.

Etwa 18 km südwestlich der Stadt Lampang liegt der Wat Phra That Lampang Luang auf einer Anhöhe an der Hauptstraße. Er ist von einer Mauer umgeben und gilt als Paradebeispiel für Lanna- Architektur. Hier gab es tatsächlich einen weiteren ‚Smaragd-Buddha‘, dessen Geschichte ich später noch erzählen werde.

Auf der nun folgenden Seite ist die 1. Geschichte in Kurzform auf einer Tafel erzählt. Im Jahre 1436 befahl König Sam Fang Kaen von Chiang Mai (8. König der Mengrai-Dynastie von Lanna) eine Prozession zur Überführung des Phra Keo von Chiang Rai in die Stadt Chiang Mai. Der Elefant, auf dem das Idol platziert war, rannte jedoch unerwarteterweise in Richtung Lampang und ließ sich davon auch nicht abbringen. Im Endeffekt gab der König nach und die Statue wurde 32 Jahre lang im Wat Phra Kaeo Don Tao aufbewahrt, bevor sie dann doch nach Chiang Mai gebracht wurde.

Wir machten uns auf den Weg zur Doi Tung Villa, der ehemaligen Residenz der im Juli 1995 verstorbenen Königin Mutter. Auch sie hat zahlreiche Hilfsprojekte ins Leben gerufen, um die im Norden Thailands herrschende Drogenproblematik einzudämmen. Im Bereich des so genannten Goldenen Dreiecks (Drei-Länder-Eck = Thailand, Laos, Myanmar) wurde aus verschiedenen Gründen der Anbau von Schlafmohn (Opium bzw. Heroin) die lukrativste Einnahmequelle für die dort lebenden Bergvölker. Viele ältere Menschen betrachten außerdem traditionsbedingt das Rauchen von Opium auch heute noch als gesellschaftlich anerkanntes Genussmittel.

Die Anzahl der Bergvölker beläuft sich auf ca. 600.000 Menschen, die unterschiedlichen Ethnien angehören. Mit 250.000 sind die KAREN die größte Gruppe. Weitere Hauptgruppen sind die AKHA, die YAO, die LAHU und die LISU. Unser Reiseleiter Nid erläutert, dass viele von ihnen aus Yunnan/China stammen, die KAREN allerdings kommen aus Burma (Myanmar).-

Wir besuchten die Akha, die gerade einen Gottesdienst abhielten. Mae Sai liegt 62 km nördlich von Chiang Rai und ist die nördlichste Handelsgrenze zwischen Thailand und Myanmar. Wir staunten über die herrlichen Erdbeeren, die wir hier gar nicht vermutet hätten. Aber Dank der Hilfsprojekte werden sie hier kultiviert und sind äußerst beliebt. Danach stellte ich mich zum obligatorischen Foto unter das Tor des nördlichsten Punktes von Thailand.

Dann stand das ‚Goldene Dreieck‘ auf unserem Programm. In einem Boot fuhren wir auf dem Mekong und genossen die abwechslungsreiche Uferlandschaft von Thailand, Laos und Myanmar. In Laos legten wir an. Nach unserem kurzen Bootsausflug nach Laos kehrten wir auf die thailändische Seite zurück. Genau gegenüber von Laos liegt Chiang Saen, wo es wieder interessante Tempelruinen zu besichtigen gab.

Das wichtigste Ereignis meiner Spurensuche nach dem Smaragd-Buddha fiel ausgerechnet auf den MAKA BUCHA Tag, einen der wichtigsten buddhistischen Feiertage. Er geht zurück auf die erste Zusammenkunft von 1.250 Mönchen, die mit Buddha ohne jede Absprache in einem Ort namens MARUK KA TA YA WAN / Indien zusammentrafen, um ihn predigen zu hören. Dieses Ereignis fand vor 2.500 Jahren statt und wird heute noch als ein Wunder angesehen. Ich empfand es als Fügung, dass wir ausgerechnet an diesem Tag den Tempel Wat Phra Kaeo in Chiang Rai besuchen sollten, wo 1436 nach einem Blitzschlag in die Stupa der Smaragd-Buddha entdeckt worden war. Dieser besteht allerdings aus Nephrit-Jade und nicht Smaragd, wie ursprünglich angenommen.

Dreimal umrundete ich mit Nid die Stupa, Kerzen, Blumen und Räucherstäbchen in den Händen haltend. Bei der Skulptur des Smaragd-Buddha, die wir natürlich fotografieren mussten, handelt es sich um eine Kopie, denn das Original befindet sich in einem kostbaren Tempel im Grand Palace in Bangkok, der 3. und letzten Hauptstadt des Landes.

Ein weiterer Besuch galt den KAREN in Thaton, genauer gesagt, den Padaung, denn es gibt verschiedene Untergruppen bei diesem Volk. Die Padaung-Frauen führen den Beinamen ‚Langhalsfrauen‘, und dies ist leider wörtlich zu nehmen. Das macht sie zwar zu den am meisten fotografierten Frauen, aber der Preis dafür ist entschieden zu hoch.

Bevor wir Chiang Rai verließen erlebten wir noch einen Traum. Wie eine Fata Morgana tauchte am azurblauen Himmel ein Tempel von märchenhafter Schönheit auf: der Wat Rong Khun, das Werk eines jungen einheimischen Architekten, Chalermchai Kositpipat.
Der Künstler sagte: „Ich möchte diesen Tempel als himmlische Wirklichkeit bauen, ein Paradies auf Erden, das die Menschheit erleben kann. Die weiße Farbe steht für die Reinheit Buddhas, das weiße Glas steht für Lord Buddhas Weisheit, die über der Erde und dem Universum erstrahlt.“

Meine Suche nach den Spuren des Smaragd- Buddha endete im Wat Chedi Luang (Phra Dhatu Chedi Luang) in Chiang Mai. Hier sahen wir allerdings nur die Ruinen einer ehemals 80 m hohen Stupa, in deren Ostnische das Heiligtum 79 Jahre lang aufbewahrt wurde.

Antworten:

  • Die Königstreue kommt durch meinen Bericht ausreichend zum Ausdruck.
  • Der Buddhismus: Bei aller Toleranz gegenüber Andersgläubigen haben die thailändischen Könige immer an ihrer eigenen Weltanschauung, dem Buddhismus, festgehalten und diesen gelebt. Da das Volk zum König aufschaut, ist der Buddhismus selbstverständlich.
    Dass der Phra Keo die wichtigste Ikone der thailändischen Buddhisten ist, habe ich akzeptiert. Durch die Könige wurde er in diese Position gebracht und daher gilt das gleiche Argument für das Volk auch hier.
  • Die Unabhängigkeit haben die Könige durch geschickte Verträge mit den Kolonialmächten und besonders taktischen Umgang mit diesen bewahrt.

Zurück in Bangkok verbrachten wir einen Vormittag damit, das ehemalige Wohnhaus von Jim Thompson zu besuchen, dessen Geschichte mich sehr interessierte. Jim Thompson wurde 1906 in Greenville/Delaware USA geboren. Vor dem 2. Weltkrieg meldete er sich freiwillig zum Militärdienst, nahm an Kampfeinsätzen in Europa teil und kam schließlich nach Asien. Nach Beendigung seiner Nachrichtendiensttätigkeit beschloss er, sich in Thailand dauerhaft niederzulassen. Hier beschäftigte er sich erfolgreich mit der Wiederbelebung der lange vernachlässigten Seidenindustrie. Außerdem baute er sich eine Residenz aus sechs zum Teil 200-Jahre alten Teakholzhäusern, die er teilweise aus Ayutthaya heranschaffen ließ und stattete sein Heim mit zahlreichen Antiquitäten und Kostbarkeiten aus. Viele Menschen neideten ihm seinen Erfolg. So kam es, dass er am 26. März 1967 von einem Ausflug in die Cameron Highlands/Malaysia nie mehr zurückkam. Sein Schicksal ist bis heute ungeklärt, wobei sein Tod sicher erscheinen muss.

Im Jahr 1976 genehmigte die vom thailändischen Gerichtshof im Auftrag der thailändischen Regierung ernannte Eigentumsverwaltung für Jim Thompson die rechtmäßige Errichtung der James H.W. Thompson Stiftung, wodurch das prächtige künstlerische und kulturelle Erbe für Thailand erhalten bleibt und zahlreiche Forschungen, Publikationen und Projekte durchgeführt werden können. (Quelle: Broschüre Stiftung)

Für den SüdWestWind und die Kulturkreisler:
Ursula Schlößer

Bei herrlichem Wetter startete am 08.07.2017 unser 14. Stadtteilfest in Bergheim Südwest. Heinz Junggeburth, Ortsbürgermeister von Kenten und Schirmherr der Veranstaltung, Elisabeth Alt-Kaul vom Stadtteilbüro und Herbert Vetter, Vorsitzender des Bürgervereins SüdWestWind, eröffneten das Stadtteilfest um kurz nach 12 Uhr mit leichter Verspätung. Herr Junggeburth überreichte uns eine Spende an den Verein.

Eröffnung durch Elisabeth Alt-Kaul, Herbert Vetter und Heinz Junggeburth.

Auch unser neuer Bürgermeister, Herr Mießeler, ließ es sich nicht nehmen auf unserer Veranstaltung vorbei zu schauen, eine kleine Ansprache zu halten und einen Geld-Betrag für den Verein zu überreichen.

Unser Festplatz war wieder voller Stände. Die vielen Infostände auf dem Platz wurden vom Publikum interessiert besucht. Bei den Mitmachaktionen der Kita Abenteuerland war Bewegung angesagt. Große und Kleine konnten sich dabei austoben. Auch die Bastel- und Malaktionen des Stadtteilbüros, St. Augustinus Behindertenhilfe und der Astrid-Lindgren-Schule lockten viele Kinder und auch Erwachsene an. Die „Rolling Tigers“, RSC Bergheim bauten ihren Basketballkorb auf und jeder der wollte, konnte von einem Rollstuhl aus versuchen, einen Ball in den Korb zu werfen.

Für Essen und Trinken war natürlich auch gesorgt: der Grill vom Kreuzbund bot leckere gegrillte Sachen an, die Helfer der Tafel Bergheim hatten Reibekuchen im Angebot. Schüler des Gutenberg-Gymnasium kümmerten sich um die flüssige Versorgung der Gäste mit Mineralwasser, Limo, Cola und Bier. Im FuNTASTIK wurde wieder Kaffee und Kuchen durch das Netzwerk „Gemeinsam gegen Einsam“ angeboten und auf einem Nebentisch boten die Frauen vom Handarbeitskreis Selbstgestricktes und Selbstgehäkeltes an.

Das Bühnenprogramm eröffneten auch diesmal wieder die Torschwälbchen der Torwache Bergheim mit ihren Tänzen. Weitere Gruppen wie die Tautröpfchen, die tamilischen Tänzerinnen in ihren fantastischen Kostümen und die Wunderkinder des SüdWestWind bestritten ein buntes Programm vor und auf der Bühne. Mika am Akkordeon in Begleitung seines Musiklehrers und eines Sängers eröffnete das musikalische Programm auf der Bühne. Danach trat Armando Campana mit der Akustikgitarre auf und begeisterte mit italienischen Liedern. Zum Abschluss sang und spielte wieder die bekannte und beliebte Südwest-Band Oldies, neuere Songs und auch kölsche Lieder.

Pünktlich um 18 Uhr wurde das Fest beendet.

Unser besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern die wieder den Transport der Bierzelt-Garnituren und den Auf- und Abbau übernommen hatten. Ohne solche Menschen wäre so ein Fest nicht durchführbar. Auch in diesem Jahr haben wir über den Budget-Beirat für unser Stadtteilfest eine großzügige Spende von der Stadt Bergheim erhalten. Dafür auch vielen Dank im Namen des Vereins.

Ein gelungenes Fest, bei dem friedlich und fröhlich gefeiert wurde, ging so zu Ende. Es wird den Menschen, die es besucht und die mitgemacht hatten, in guter Erinnerung bleiben. Na dann…. Bis zum nächsten Mal!

Für den SüdWestWind
Herbert Vetter
-Vorsitzender-

Fotos: Christoph Schiffer im Auftrag des Stadtteilbüros

Wortgottesdienst in der St. Georgs Kapelle Bergheim am 30.06.17

Papierene Fußabdrücke führten vom Eingang der Georgs Kapelle zum Hauptaltar. Das hatte sich das Vorbereitungsteam der Erich Kästner-Hauptschule symbolträchtig ausgedacht.

„Wege“ waren das Thema des Wortgottesdienstes im Rahmen der Abschlussfeier am vergangenen Freitag. Die Schulabsolventen waren zur Georgs Kapelle gekommen, begleitet vom stellvertretenden Schulleiter Michael Frenz sowie einer Abordnung seiner Kolleginnen und Kollegen.

„Nein“, sagt Religionslehrerin Ingeborg Büttgen bestimmt, „ich halte jetzt keine Abschiedsrede!“ Sie ermutigte die Absolventen, die unterschiedlichen Wege zu erkennen, die sie jetzt beschreiten müssten, angefangen von neuen Wegen über steinige Wege bis hin zu Fluchtwegen, abgeschnittenen Wegen und dem eigenen Lebensweg. Die Absolventen konnten derer eine ganze Menge aufzählen. Bei so vielen Wegen bedarf es natürlich auch besonderer Orte, wichtiger Personen, besonderer Ereignisse, Knotenpunkte und Wegweiser.

Gemeinsam wurde zu Beginn ‚Oh Happy Day‘ gesungen, auf dem Keyboard begleitet von Sonja Mertens. Wer den Text kennt, weiß, dass es hier um die Hinwendung zu Gott und die Vergebung der eigenen Schuld geht. In den vorgetragenen Fürbitten ging es um Kraft, Ermutigung und Zuspruch, die sich als sehr notwendig erweisen würden. Zwei muslimische Jugendliche rezitierten die Sura Al-Fatiha (Die Eröffnende) in arabischer Sprache. Die Intonation ähnelte sehr stark dem christlichen Vater Unser. Die Übersetzung ins Deutsche folgte und bewies, dass es bei dieser Sure – wie im Vater Unser – ebenfalls um Lobpreis und die Bitte um Beistand und Hilfe durch den allmächtigen Gott geht.

Eine Weg-Geschichte war auch die Schriftlesung aus dem Evangelium nach Lukas (LK24,13-35), hier in gekürzter Form nacherzählt.

Am Tag der Auferstehung machten sich zwei Jünger auf den Weg nach Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Die beiden Jünger unterhielten sich über das vermeintliche Scheitern von Jesus, der am Kreuz gestorben war und über ihre große Enttäuschung, dass sie jahrelang einem Meister gefolgt waren, der ihre Erwartungen nicht erfüllt hatte. Während sie redeten, kam Jesus hinzu. Aber sie erkannten ihn nicht, denn sie waren blind vor Schmerz und Trauer. Jesus fragte sie: „Was sind das für Dinge, über die ihr redet?“ Darüber waren sie so erstaunt, dass einer von ihnen fragte: „Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?“ Sie berichteten ausführlich das Geschehene, und auch von den Frauen, die beim Grab waren und den Leichnam nicht gefunden hatten. Da sagte Jesus zu ihnen, dass alles so hatte geschehen müssen und der Messias alles erleiden musste, damit sich die Worte der gesamten Schrift ausgehend von Mose und den Propheten erfüllen.

Als die Gruppe das Dorf erreichte, tat Jesus so, als wolle er weitergehen. Die Jünger aber drängten ihn: „Bleib doch bei uns, denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt.“ Da ging er mit ihnen und bei Tisch nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da endlich gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn. Dann sahen sie ihn nicht mehr.

Schmerz und Trauer können den Blick auf das Wesentliche oft verschleiern. Eine Phase der Ruhe und des Nachdenkens und die Diskussion mit Gleichgesinnten sind dann hilfreich.

Worte von Paul Roth rundeten den Gottesdienst ab:

Du kannst dir nicht ein Leben lang
die Türen alle offen halten,
um keine Chance zu verpassen.
Auch wer durch keine Türe geht
und keinen Schritt nach vorne tut,
dem fallen Jahr für Jahr
die Türen eine nach der anderen zu.
Wer selber leben will, der muss entscheiden:
Ja oder Nein – im Großen und im Kleinen…
‚Mögen Engel euch begleiten
Auf dem Weg, der vor Euch liegt…‘

Dieses Lied wurde zum Schluss gemeinsam gesungen und unterstrich die Zuneigung und Sorge des Pädagogen-Teams für die Absolventen. Im Vorbereitungsteam und an der Ausführung beteiligt waren unter der Leitung von Ingeborg Büttgen, Eleonore Ilgner, Danya Ulabi und Ingrid Köber.

Die St. Georgs Kapelle wird geschichtlich im Jahr 1420 erstmals erwähnt. Nach der Zerstörung im Jahr 1542 wurde sie von den Bergheimer Bürgern neu erbaut.

Für den SüdWestWind
Ursula Schlößer

Erich Kästner-Hommage im FuNTASTIK

Aus einer Fülle von Texten, Rezensionen und Gedichten für Erwachsene des berühmten Autors Erich Kästner (* 23. Februar 1899 in Dresden; † 29. Juli 1974 in München) hat Hans Georgi, Musikkabarretist aus Würselen, eine Bühnenshow erarbeitet. Das Programm unter dem Titel ‚Die Welt ist rund’ gab er am Freitag, den 28. April 2017, im FuNTASTIK als 32. KulturWind-Veranstaltung des SüdWestWind einem sehr interessierten Publikum zum Besten.

Wie von Hans Georgi zu erfahren war, hatte er sich Ende der 90er Jahre mit den vier Bänden Erich Kästner für Erwachsene vertraut gemacht. Danach fasste er den Entschluss, die Texte zu vertonen und zu einem Bühnenprogramm zusammenzustellen. Wesentliche Inspiration waren hierbei die beiden Lyrikbände Ein Mann gibt Auskunft (erschienen 1930) und Herz auf Taille (erschienen 1928). Es war Hans Georgi besonders wichtig, dass die Musik die Texte nicht überlagerte. Mit sehr viel Feingefühl suchte er die unterschiedlichen Tempi aus. Dies gefiel auch Thomas Kästner, dem einzigen Sohn und Erben des verstorbenen Autors, der prompt seine Genehmigung dazu erteilte.

Für den Titelsong ‚Die Welt ist rund’ baute ein Nachbar von Hans Georgi einen Leierkasten, der fortan eine Art Markenzeichen in jeder Show darstellt. Dafür kamen simple Besenstiele zum Einsatz, wie uns Hans Georgi schmunzelnd verriet. Ansonsten setzt der Künstler Requisiten nur sehr sparsam ein. Unverzichtbar ist jedoch sein Telefon, mit dem er Kontakt zu prominenten Politikern der Vergangenheit und Gegenwart aufnimmt. Schließlich kommt auch Erich Kästner per Tonträger zu Wort.

Erich Kästner war ein scharfer Beobachter und kritischer Zeitzeuge, der auch über Selbstironie verfügte. Sein entbehrungsreiches Leben, die Verfolgung durch den Nationalsozialismus, die Enttäuschung über die Verbrennung seiner Bücher, das alles konnte seinen Charakter nicht verändern und seine Schaffenskraft nicht eindämmen. Dies kommt einmal mehr in seinem verkürzten Lebenslauf zutage, wo er über sich selbst sagt:

…Ich setze mich sehr gerne zwischen Stühle.
Ich säge an dem Ast, auf dem wir sitzen.
Ich gehe durch die Gärten der Gefühle,
die tot sind, und bepflanze sie mit Witzen…

Die Worte von Erich Kästner haben nichts an Aktualität und Wahrheitsgehalt verloren. Hans Georgi sei Dank für diese Lehrstunde mit hohem Unterhaltungswert! Beflügelt und bereichert verließen die Gäste das FuNTASTIK.

Für den SüdWestWind und die Kulturkreisler
Ursula Schlößer

Wunderkinder feierten am 08. März im FuNTASTIK

In Russland hat der Weltfrauentag eine ganz besondere Bedeutung. Valentinstag oder Muttertag hingegen kennt man dort nicht.

Der Tag zu Ehren der Frauen wird in Russland seit 1913 gefeiert.

„Da nach der Oktoberrevolution 1917 alle laut Bolschewisten gleichberechtigt waren, brauchten Frauen nicht mehr um ihre Rechte zu kämpfen. So wurde der 8. März zu einem der schönsten Feiertage, der mit vielen Blumen und Liebeserklärungen auf den Frühling einstimmt.
Gefeiert wird überall: In Büros, Schulen, Familien und natürlich auch unter vier Augen. Schuljungen und Arbeitskollegen überraschen ihre Klassenkameradinnen und Kolleginnen mit einer Nettigkeit, Kinder malen oder basteln für ihre Mütter und Omas kleine Präsente, Väter kommen nach Hause mit Blumen für die Frauen und Süßigkeiten für ihre Töchter.“…
(Quelle: http://www.russlandjournal.de/russland/feiertage/weltfrauentag/).

Viele Teilnehmer aus der SüdWestWind-Kindergruppe Wunderkinder haben russische Wurzeln. Deshalb nahmen Irina Mertens und ihr Team dieser Tradition auch in diesem Jahr wieder mit Begeisterung auf.

Im Rahmen eines Eltern-Cafès schufen sie im FuNTASTIK einen festlichen Rahmen. Bei Kaffee und Kuchen gab es mit allen Kindern sowie deren Eltern und Großeltern ein gemütliches Beisammensein mit Musik, Tanz und lustigen Spielen.

Für den SüdWestWind / Kindergruppe Wunderkinder
Ursula Schlößer

Wunderkinder glänzen mit zauberhaftem Musical

„Mascha, wie konnte das nur passieren?“ Diese Frage stellten die Kinder dem kleinen Mädchen mit den roten Schleifen am Samstag, den 18.02.2017 im FuNTASTIK beim Kindermusical Mascha und der Bär suchen den Weihnachtsmann.

Mascha hatte alles für die Weihnachtsfeier vorbereitet. Aber es fehlte die wichtigste Person: Der Weihnachtsmann. Den hatte sie nämlich in Urlaub geschickt, wusste aber nicht mehr wohin. Sie fragte bei den Tieren im Zauberwald nach, die konnten ihr jedoch nicht weiterhelfen. Nun ruhte ihre Hoffnung auf dem gutmütigen Bären, der auch sofort bereit war, sie zu unterstützen.

Auch die gute Fee meldete sich zu Wort mit ihrem Zauberspruch:

Lirum Larum Glockenspiel,
Zaubern ist kein Kinderspiel,
Abrakadabra, eins, zwei, drei,
Was verschwunden, komm herbei!

Da taucht plötzlich eine Piratenbande auf, die sogar mehrere Zuschauer in Gefangenschaft nimmt. Zum Glück können die verschreckten Menschen von Mascha und dem starken Bären befreit werden. Nun kommt Schneewittchen mit ihren sieben Zwergen auf die Bühne. Sie ist auch auf der Suche nach dem Weihnachtsmann, hat aber keine Idee, wo der sich befindet.

„Katastrophe“, ruft der Bär und hofft nun auf Elsa und Anna, die sich zu ihnen gesellen. Anna spielt die Titelmelodie aus der Eiskönigin auf dem Klavier und Elsa führt ein temperamentvolles russisches Tänzchen auf, das alle begeistert. Dann hat Elsa noch eine Idee. Im IPad findet sie den Hinweis auf die Insel Madagaskar, wohin sich nun der Suchtrupp eilends begibt.

O Schreck! Hier wimmelt es von wild gewordenen Eingeborenen. Mit Kriegsgeschrei und spitzen Lanzen stürzen die sich auf Mascha und ihr Gefolge. Der Anführer schnürt sie mit einem dicken Seil zusammen und wendet sich dann an Olaf, den Schneemann, der es sich in einem Lehnstuhl bequem gemacht hat. Unterwürfig meldet der wilde Anführer die Gefangennahme. Aber Olaf befiehlt die sofortige Befreiung, denn die Gefangenen sind allesamt seine Freunde!

Endlich wird der Weihnachtsmann gefunden. Aber – Katastrophe – er ist ja so krank. Mascha misst Fieber und gibt eine Spritze. Nichts kann helfen. Da hat Elsa eine eiskalte Idee. Kein Wunder, dass der Weihnachtsmann so schlapp ist. Die Hitze bekommt ihm nicht. Schnee muss her, den sie herbeizaubern kann. Flugs wird der Sand in Schneebälle verwandelt, was nicht nur dem Weihnachtsmann gut tut sondern auch die Kinder erfreut, die sich bei einer Schneeballschlacht austoben und das Publikum gleich mit einbeziehen.

Jetzt fehlen nur noch die Geschenke. Weil aber Karneval so kurz bevorsteht, befiehlt der Weihnachtsmann, dass die Kinder ‚Kamelle’ rufen sollen und schon regnet es Gummibärchen vom Himmel, und zwar für alle.

Zu guter letzt gibt es noch eine Choreografie, bei der auch die Kinder aus dem Publikum und alle kleinen und großen Künstler mitmachen dürfen. Alle sind glücklich. Begeisterte Kinder und Erwachsene verlassen nach und nach das FuNTASTIK.

Irina Mertens, Leiterin der SüdWestWind-Kindergruppe Wunderkinder, hat mit ihrem Team eine großartige Inszenierung dargeboten. Bewundernd erkennt man, wie viel Aufwand und Liebe zum Detail in Dekoration und Kostüme gesteckt wurden. Aber am meisten beeindruckte die Spielfreude bei den Kindern. Offensichtlich fühlten sie sich wohl in ihren Rollen und machten damit sich und den Zuschauern die größte Freude.

Für den SüdWestWind und die Kulturkreisler
Ursula Schlößer