Wind wehte aus Süd-West…

…und vertrieb die Regenwolken. „ Stadtfest 10“. So stand es am 16. Juli nicht in Stein gemeißelt aber mit Nägeln in einen Holzstamm gehämmert von einem jungen Besucher. Die Anleitung dazu bekam er am Stand der Kita Abenteuerland. Überhaupt war der Unterhaltungswert von und für Kinder besonders hoch angesiedelt bei diesem 10. Stadtteilfest an der Meissener Straße.

Die Torschwälbchen (Nachwuchsabteilung der KG Torwache) übernahmen mit einigen Tänzchen den Auftakt des Festes unter Anleitung ihres Kommandanten Orlowski. Danach sprach die Schirmherrin der Veranstaltung, Bürgermeisterin Maria Pfordt, einige Grußworte, bevor es mit der Tamilischen Tanzgruppe aus dem ASH-Sprungbrett-Programm ‚Frau Billa’ weiter ging. Auch in diesem Jahr trugen die TänzerInnen wieder ihre farbenprächtigen Originalkostüme und begeisterten das Publikum mit ausgereiften Choreografien. Viel Beifall beim Publikum errangen die entzückenden Kindergruppen ‚Tautröpfchen’ und ‚Wunderkinder’. Letztere erzählten tanzend und singend eine Geschichte vom Marmeladekochen für einen wilden Bären:

Wir sind alle hier versammelt
heute ist ein schöner Tag
wollen Marmelade kochen
die auch wirklich jeder mag.

Was wir finden auf dem Beete
was von Bäumen runter hängt
all das kommt in unsre Töpfe
wird mit Liebe rein gemengt.

Wurzeln, Äpfel und die Zapfen
für die Speise sammle ich;
dann kommt frische Marmelade
für den Bären auf den Tisch.

Jetzt sind alle Kinder glücklich
Marmelade ist gekocht.
Sie schmeckt allen ganz vorzüglich
Jeder hat sie gleich gemocht.

Dieses russische Kinderlied wurde für das Jubiläumsfest eigens ins Deutsche übersetzt und zum ersten Mal vorgetragen.

Der Kinderchor der Kita Tummelkiste feierte Premiere und wurde von Cornelia Becker auf der Gitarre begleitet. Dann übernahmen die Süd-West-Band und die Dötzdorf Allstars die musikalische Unterhaltung und heizten den Besuchern ordentlich ein, was für beste Stimmung sorgte. Während dessen gab es für die Kinder Torschießen, Tauziehen, Ballonrasieren, das Spiel mit dem großen bunten Sprungtuch und vieles mehr.

Mit leckeren Torten, Gegrilltem und internationalen Gerichten konnten sich die großen und kleinen Besucher stärken. Zeit für Nachdenkliches brachte der Besuch von Architekt Andreas Hanke, der im Auftrag der Stadt Bergheim und in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsbüro Jansen in Süd-West das Konzept von Teppichen und Türmen umgesetzt hat. Der SüdWestWind-Vorstand, Organisator des Stadtteilfestes, stellte mit Andreas Hanke gemeinsam fest, dass Bergheim-Süd-West inzwischen ein lebenswertes und zeitloses Image erhalten hat, was man sich vor 10 Jahren noch kaum vorstellen konnte. Damals galt es noch als ein fast abgeschriebener Stadtteil, dominiert von tristen und teilweise ungepflegten Hochhäusern.

Eine Auswahl von Fotos vom Event findet sich hier.

Für den SüdWestWind
Ursula Schlößer

Noch Plätze frei bei den Sommerferienangeboten

Auch 2011 bietet das Städtische Kinder- und Jugendzentrum verschiedene Ausflüge und Aktionen für Kinder und Jugendliche an. weiterlesen

Liebe Vereinsmitglieder,

in wenigen Tagen ist es soweit: das 10. Stadtteilfest in Bergheim Süd-West. Am Samstag den 16.07. geht es ab 12 Uhr los. Auf der Fläche hinter dem FuNTASTIK. 15 Stände haben sich angemeldet und das Program für die Bühne und den Platz ist auch bunt gemischt.

Von den Torschwälbchen und Wunderkindern über Vorführungen der Kitas Abenteuerland und Tummelkiste und der Gewaltpräventionsgrupe F.I.S.T. bis zu musikalischen Darbietungen der Süd-West Band und den Dötzdorf Allstars reicht der Bogen. Es ist für alle etwas dabei.

Für das leibliche Wohl unserer Gäste sorgen verschiedene Stände und Grills und eine Cafeteria im FuNTASTIK. Die Schirmherrschaft hat dankenswerter Weise, unsere Bürgermeisterin Frau Pfordt übernommen. Veranstalter ist der Bürgerverein SüdWestWind e.V.

Wir wünschen jetzt schon allen Besuchern und allen „Mitmachern“ ein schönes Stadtteilfest und freuen uns auf Ihren/Euren Besuch.

Mit den besten Grüßen
vom SüdWestWind e.V.

Herbert Vetter
Vorsitzender

Die Schulzeit ist vorbei
Festlicher Akt in der Erich Kästner-Hauptschule

Gestern fand in der Erich Kästner-Hauptschule in Bergheim die Jahresabschlussfeier mit der feierlichen Übergabe der Zeugnisse statt. Ernste Worte richtete Bürgermeisterin Maria Pfordt an die Schulabsolventen und sprach von Mut und Willen zur Leistung, der nun von allen eigenständig aufzubringen sei, nachdem das schützende Umfeld der Schule nicht mehr als Rückzugsgebiet dienen könne.

Nur ca. 25 % der Schulabgänger verfügen über einen Ausbildungsplatz. Zu Recht besonders belobigt wurde allerdings Kirishanthan Thangathurai, der das beste Zeugnis erhielt. Der junge Mann wurde als Sohn sri-lankanischer Eltern in Trichy/Südindien geboren und lebt seit ungefähr 10 Jahren mit seinen Eltern in Deutschland. ‚Ich werde am Erftgymnasium mein Abitur machen und dann ein Studium in Architektur beginnen“, so seine hoffnungsvollen Pläne für die Zukunft.

Im Unterhaltungsteil präsentierte sich zum ersten Mal die neu gegründete Schüler-Band mit sechs jugendlichen Sängerinnen, trainiert und gesponsert durch RWE Power. Der Titel ‚Alles kann besser werden’ wurde überzeugend vorgetragen und war hier besonders beziehungsreich. Danach wurden die Zeugnisse mit einer wunderschönen roten Rose überreicht. Als letzten Programmpunkt gab es eine Tanzdarbietung. Das junge Ensemble trainiert ebenfalls unter der Leitung einer von RWE Power gesponserten Pädagogin.

Die Journalistin Birgit Broich-Jansen hielt derweil die frisch gedruckte 4. Ausgabe der Schülerzeitung WAS STRAMMES (Schülerzeitung der Erich Kästner-Hauptschule) bereit, die von den jüngeren Redakteuren auch zum Kauf angeboten wurde. Den 10.-Klässlern aus dem Projekt hingegen sah man mit Wohlwollen aber auch leichter Wehmut bei ihrem Abschiedsfest zu, führte noch das eine oder andere Gespräch und entließ sie mit den besten Wünschen.

Für den SüdWestWind
Ursula Schlößer

Bei der 7. KULTURWIND-Veranstaltung mit Bildern und Texten aus dem Goldenen Land Myanmar, die am 1. Juli im FuNTASTIK stattfand, blieb zu wenig Zeit, um ausführlich genug über eine wieder entdeckte Sensation zu berichten.

Vor 250 Jahren schrieb König Alaungpaya auf fast purem Gold einen Brief an den britisch-hannoverschen König Georg II und bot ihm einen Handelsstützpunkt im damaligen Birma an. Diese so wichtige Botschaft, die im ausgehöhlten Stoßzahn eines Elefanten um die halbe Welt gereist war, fand keinerlei Aufmerksamkeit bei dem Adressaten, ebenso wenig wie ein zweiter Brief, der an die Ostindische Handelskompanie gerichtet war. König Georg II konnte ihn nicht lesen. Der Brief war in der noch heute in Myanmar (so die Bezeichnung des Landes nach der Umbenennung durch die Regierung 1989) gesprochenen und gelesenen Landessprache verfasst. Offenbar schien er Georg II auch nicht wichtig, trotz seines immens hohen Materialwertes, der heute inklusive der Verzierung mit 24 hochkarätigen Rubinen, auf über 1 Mio Euro geschätzt wird.

Bilder mit freundlicher Genehmigung der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek.

Er schickte ihn lediglich zur Ablage in seine Heimat Hannover, wo man ihn als ‚Brief irgendeines indianischen Herrschers von der Küste von Coromandel’, (hunderte von Kilometern entfernt auf dem Indischen Subkontinent) katalogisierte. Immerhin wurde er in einem Tresor aufbewahrt und befindet sich heute als absolute Sensation in der Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek in Hannover. Dort wurde die Botschaft aus dem Jahre 1756 durch Historiker und Experten der Handschriftenabteilung übersetzt und gedeutet. Soviel ist sicher, dass es sich bei diesem edlen Schriftstück um ein einmaliges Dokument handelt, das den frühen Wunsch eines Landes nach Globalisierung belegt, der am Hochmut und der Überheblichkeit der Kolonialmächte gescheitert ist.

Alaungpaya jedenfalls fühlte sich erniedrigt, weil er keine Antwort erhielt, was den Lauf der birmanischen Geschichte und die Beziehungen zu den Kolonialmächten äußerst negativ beeinflusst haben dürfte. Zum Umgang mit diesem Kleinod erklärte Bibliotheksdirektor Dr. Georg Ruppelt bei der Präsentation am 18.01.2011 vor 450 Gästen gegenüber der HAZ: „Wir haben vor, einen Antrag zur Aufnahme in das Unesco-Weltdokumentenerbe zu stellen“. Die Würdigung des inhaltlichen sowohl als auch materiellen Wertes dieses Kleinods stellt das ehemalige Birma und seine Könige auch einmal in ein positiveres Licht, denn letztere wurden von den Kolonialherren ausschließlich als unwissende Barbaren eingestuft.-

Diese Hintergründe konnten in meiner Reisedokumentation nur kurz gestreift werden, denn es gab so viele interessante Dinge über Myanmar und seine Menschen zu berichten. Die Kulturdenkmäler, allen voran die Shwedagon-Pagode in Yangon und tausende von Pagoden und Stupen in Bagan, wo das erste myanmarische Reich von Köning Anawratha im 11. Jahrhundert gegründet wurde, lieferten reichlich Gesprächsstoff, denn sie haben den größten Anteil an der Magie dieses Landes, das stark vom Buddhismus und seiner friedfertigen Lehre geprägt ist, die sich als oberste Maxime die Abkehr von der menschlichen Gier zur Aufgabe macht und das Sammeln von Verdiensten für ein besseres Leben nach der Wiedergeburt. Das Endziel ist natürlich die Beendigung des Kreislaufs der ewigen Wiedergeburt und der Einzug in das Nirwana.

Da ich das Land bereits drei Mal bereist hatte, konnte ich auch das Alltagsleben beschreiben und mit Fotos dokumentieren. Die meisten meiner Zuhörer waren von den archaischen Lebensumständen überrascht und sahen mit Erstaunen, dass die Menschen trotzdem gut ernährt und fröhlich waren. Die zahlreichen Märkte und das phantastische Angebot an Gemüse, Früchten, Reis, Hülsenfrüchten, Fisch und Fleisch machten deutlich, dass keine Hungersnot herrscht, einmal abgesehen von Naturkatastrophen, von denen das Land allerdings immer wieder heimgesucht wird.

Nach Myanmar reist man nicht, um die üblichen Strukturen eines Massentourismus vorzufinden, sondern lässt sich auf die noch vorhandene Ursprünglichkeit der Landschaft und die Liebenswürdigkeit der Menschen ein. Bequemlichkeit wird dadurch ziemlich bedeutungslos. Für interessierte Nachfragen sorgte meine landestypische Kleidung, bestehend aus Flip-Flops, Longyi und Shan-Jackett und die obligatorischen Umhängetasche.

Mehr Fotos und Informationen über Myanmar finden sich für Interessierte Besucher auf meiner Reiseseite: www.going-places.de

Für den SüdWestWind
Ursula Schlößer